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Norris Agbakoko geht am Korb mittlerweile entschlossener zu Werke.

© IMAGO/Tilo Wiedensohler

Krachende Dunks statt vergebener Korbleger: Norris Agbakoko ist ein Spiegelbild von Albas Saison

Alba Berlin und der 2,18 Meter große Center haben sich zu Saisonbeginn schwergetan. Doch nicht erst der klare Sieg gegen Heidelberg am Sonntag zeigt: Diese Zeiten sind vorbei.

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Im Profisport lässt sich die Gefühlswelt eines Vereins und seiner Fans manchmal am besten hören. In Alba Berlins schwierigen ersten Spielen dieser Saison begleiteten die Aktionen von Norris Agbakoko oft ein enttäuschtes Stöhnen. Der neue Center agierte unglücklich, wirkte zögerlich und vergab einfache Korbleger.

Mittlerweile spielt nicht nur seine Mannschaft besser, auch die Reaktionen des Publikums haben sich verändert. Denn wenn der 25 Jahre alte, 2,18 Meter große Agbakoko jetzt den Ball bekommt, kracht es oft – gefolgt von einem begeisterten „Oh!“.

Gegen BBL-Schlusslicht Heidelberg am Sonntagnachmittag beendete er mit zwei Alley-oop-Dunks die schwache Anfangsphase von Alba und leitete den deutlichen 87:62-Sieg vor 8237 Zuschauenden in der Friedrichshainer Arena ein.

Ich habe mir vorgenommen, aggressiver zu sein, mehr Kontakt aufzunehmen, und das funktioniert sehr gut.

Norris Agbakoko

Agbakokos Entwicklung eignet sich wie kaum eine andere als Spiegelbild für Albas Saison. Im Oktober begannen einige Fans schon zu murren. Wegen der drei Niederlagen in den ersten vier Spielen und der wenig überzeugenden Leistungen. Aber auch wegen der wackeligen Auftritte einiger Spieler. Was soll das nur werden mit dieser Mannschaft?

Albas Basketballer gingen sehr selbstkritisch mit der Situation um, das gilt auch für Agbakoko. „Wir haben phasenweise ein bisschen den Kopf verloren“, sagte Agbakoko im Oktober. „In einigen Situationen muss ich aggressiver sein.“

Doch der Sport ist schnelllebig und für den Basketball gilt das ganz besonders. Drei Monate später sieht die Welt bei Alba schon deutlich positiver aus. Das Team ist zusammengewachsen, steht im Top Four um den Pokal, in der Zwischenrunde der Champions League und ist in der Bundesliga im Verfolgerfeld von Meister Bayern München gut platziert. „Wir haben deutlich besser zusammengefunden und Selbstvertrauen aufgebaut“, sagte Agbakoko am Sonntag.

Agbakoko kam spät zum Basketball

Auch der Center selbst tritt seit Wochen entschlossener auf. Für die Mannschaft hat er von Beginn an wichtige Arbeit verrichtet, gute Blöcke gestellt, verteidigt, „Dinge, die nicht auf dem Statsheet auftauchen“, wie sein Trainer Pedro Calles sagt.

Mittlerweile zeigen sich seine Leistungen aber zunehmend auch in der Statistik, der Alley-oop aus dem Pick and Role ist fest im Repertoire der Berliner zu finden. Gegen Heidelberg hatte Agbakoko zur Halbzeit bereits zehn Punkte auf dem Konto, am Ende waren es elf. Dazu sammelte er sechs Rebounds. „Ich habe mir vorgenommen, aggressiver zu sein, mehr Kontakt aufzunehmen, und das funktioniert sehr gut“, sagte Agbakoko.

Agbakoko ist ein Spätstarter. Bis er 16 war spielte er in seiner Heimat Bremen Fußball, zeitweise sogar bei Werder. Zum Basketball kam er über die Schule, wechselte dann nach Oldenburg in die Nachwuchsabteilung. Bei den Niedersachsen spielte er bis zum vergangenen Sommer, ehe er zu Alba wechselte.

„Das war ein großer Schritt – neue Stadt, neues Niveau, neue Verantwortung“, sagte Albas Sportdirektor Himar Ojeda. „Aber seine Entwicklung geht in die richtige Richtung.“ Ende November debütierte Agbakoko sogar für die deutsche Nationalmannschaft. „Das war eine Ehre und gibt mir noch mehr Kraft und Selbstvertrauen“, sagte Agbakoko. Fans und Verantwortliche von Alba hören das sicher gerne.

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